TARIFANTRAG für 30% STEIGERUNG !

  • Die Stadt Magdeburg geht mit dem BZP-Vorschlag für drastische Tarif-Erhöhungen voran.
    Der dortige Verband hat jetzt eine Erhöhung um 30% beantragt!
    Damit werden sie sich ziemlich sicher keinen Gefallen tun!


    http://www.volksstimme.de/nach…m-30-Prozent-steigen.html

    Antrag auf Erhöhung
    Magdeburgs Taxitarife sollen um 30 Prozent steigen
    24.06.2014 08:33 Uhr
    Von Alexander Dinger


    agdeburg l Nun ist es offiziell. Der Stadtverband der Magdeburger Taxifahrer hat im Ordnungsamt der Landeshauptstadt einen Antrag auf Erhöhung der Tarife um 30 Prozent ab 1. Januar 2015 gestellt. So will der Verband umsetzen, was seit längerer Zeit intern diskutiert wird. Die Taxifahrer reagieren damit auf den kommenden Mindestlohn von 8,50 Euro.


    Haben sich Verband und Stadt auf einen Tarif geeinigt, ist dieser bindend. In Magdeburg betrifft das mehr als 140 Unternehmer. Momentan liegt der Antrag bei der Genehmigungsbehörde im Fachdienst Straßenverkehrsangelegenheiten. "Nach diesem Antrag würden die Taxentarife um durchschnittlich 30 Prozent steigen", heißt es aus dem Amt auf Nachfrage der Volksstimme. Dass dieser Antrag gestellt wird, wurde bei der zurückliegenden Tagung des Stadtverbandes beschlossen. Allerdings tagte der Verband geheim, Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht (Volksstimme berichtete).
    So berichtete die Volksstimme über die zurückliegende Verbandssitzung und den Streit der Taxifahrer.


    So berichtete die Volksstimme über die zurückliegende Verbandssitzung und den Streit der Taxifahrer.


    Grund ist ein tiefer Riss, der derzeit durch das Magdeburger Taxigewerbe geht. Denn während Unternehmer mit mehreren Fahrern die Tariferhöhungen befürworten, weil sie sonst ihren Angestellten keinen Mindestlohn zahlen könnten, lehnen Unternehmer ohne Angestellte die Erhöhung ab. Sie fürchten, dass die höheren Preise die Kunden abschrecken. Derzeit kostet eine Fahrt in Magdeburg 2,80 Euro Grundtarif. Hinzu kommen 2,60 Euro für den ersten Kilometer und 1,60 Euro für jeden weiteren Kilometer. Mit der Tarifanpassung würde der Grundtarif bei ungefähr 3,60 Euro liegen, 3,60 für den ersten Kilometer und 2,10 Euro für jeden weiteren.


    Nun wird der Antrag vom Ordnungsamt geprüft. Anschließend sollen alle Taxiunternehmer der Stadt vom Amt befragt werden. "Nach Auswertung dieser Befragung sollte ein Tarif gefunden werden, der den Interessen der Taxiunternehmer und denen der Allgemeinheit genügt", heißt es aus der Behörde weiter.


    Branchen-Insider gehen davon aus, dass es bundesweit zu einem Taxisterben kommen könnte. Denn schon jetzt ist es an manchen Wochentagen für viele Fahrer schwierig, überhaupt Kunden zu finden. Es gibt oft Stunden mit kaum Umsatz. Gleichzeitig machen neue technische Entwicklungen wie die Mitfahr-App Uber, in der sich Chauffeur und Mitfahrer über Stadtgrenzen hinweg im Internet suchen und finden, zu schaffen.


    Viele Unternehmer macht das alles fassungslos. Im Gegensatz zu den freien Chauffeuren bekommen Taxifahrer bei der Beantragung von Lizenzen auch einen Berg von Pflichten aufgebrummt. Denn sie gelten wie Bus und Bahn, die allerdings massiv bezuschusst werden, als Teil des Öffentlichen Personenverkehrs.


    Bisher müssen die Fahrer ihre Fahrzeuge fünf Tage die Woche und acht Stunden am Tag bereithalten. "Gibt es da keine Anpassung, ist das nicht mehr finanzierbar", heißt es etwa von der Taxigenossenschaft Magdeburg.



    Kommentare:


    Dadurch wird sich der Mindestlohn wohl kaum finanzieren lassen, liebe Magdeburger MW-Unternehmer! Wenn ihr schon sowas durchzieht, dann bitte richtig! Preissteigerung von mindestens 70 % und damit … mehr
    von Bally64 am 25.06.2014 21:49 Uhr


    Die sogenannten "freien Chauffeure" sind die Antwort auf die ohnehin schon weit überzogenen Preise der 'offiziellen' Taxis, die auch wegen ihrer enormen Überzahl fast nur am Stand herumstehen. Zu DDR-… mehr
    von MHeyer am 24.06.2014 08:49 Uhr

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  • Zu Tariferhöhungen in eher kleinteiligen Gebieten ein Beitrag von "am" aus Lübeck aus dem DAS!-Forum:


    Es kommt zu aller erst überhaupt nicht auf den Kilometerpreis an. Wir haben jetzt beispielsweise einen Tarif beantragt, der den Hamburger an einigen Stellen Kilometerpreisen noch ausstechen wird.
    So wurde uns bei einem informellen Gespräch mit IHK Vertretern eben auch entgegengestellt, dass der Tarif dann ja deutlich teurer als der Hamburger Tarif wäre. Das ist aber falsch.


    Richtig ist, während in Hamburg eine Durchschnittstour, wie hier im Forum meist zu lesen, bei etwa 13€ liegt, erbringt unsere Durchschnittstour gerade einmal 8,40€! Das kann man, selbstverständlich unter Berücksichtigung des Tourenaufkommens, miteinander vergleichen. Wie dieser Betrag zustande kommt, ist irrelevant.


    Dass die Tarife bei weniger Taxen insgesamt weitaus niedriger sein könnten, versteht sich am Ende doch von selbst. Aber damit zu argumentieren, wie hätten Fabelpreise, halte ich für vollkommen fehl am Platz.


    Selbst dann, wenn in Hamburg durchschnittlich 1,5 Touren/h zu fahren wären, gegenüber 2 in Lübeck, läge der erzielte Stundenumsatz in Hamburg immer noch um 2,70€ höher als der in HL (19,50€ zu 16,80€).


    Um aber mit dem derzeitigen Tarif 20€ Umsatz zu erzielen, die gerade eben einen Mindestlohn finanzieren könnten, sind 2,4 Touren/h zu fahren. Das ist zumindest tagsüber aufgrund der Verkehrslage oft kaum möglich. Also würde selbst die Halbierung des Taxiangebotes die Auslastung zu bestimmten Zeiten kaum erhöhen können, weil rein technisch die Anzahl der fahrbaren Touren pro Stunde nicht zu erhöhen ist.


    Im Gegenzug würden wir damit aber eine eklatante Unterversorgung in nachfragestarken Zeiten erzeugen, während wir zumindest in HL in der Woche nachts dann immer noch mehr als genug Taxen hätten.


    Mal davon abgesehen und das wurde hier schon sehr oft erklärt, würde sich die Ertragslage nicht zwangsläufig verbessern. Selber Umsatz bei doppelt so vielen Touren = niedriger Ertrag.


    Ich habe gestern eine Tasche vom Schuhmacher abgeholt, bei der eine Schlaufe wieder angenäht werden musst. Eine drei Zentimeter lange Naht. Hat 4€ gekostet, was ich nicht zu viel fand. Das Glas Honig, was ich dem Schumacher, er ist Hobbyimker, zusätzlich abgekauft habe, kostete ebenfalls 4€. Für 4€ leisten wir hier eine 500m lange Anfahrt zum Stadtteilsupermarkt, verladen diverse Einkaufstüten, leisten Einstiegs- und Anschnallhilfe, den 500m Transport bis zur Wohnung und bringen den Einkauf dann, mit Glück für 1€ Tip, am besten noch bis vor die Wohnungstür im 2. Stock. Da stimmt doch was nicht.


    http://www.taxiforum.de/forum/viewtopic.php?p=177384#p177384


    Kann man Tarife derart staffeln, daß kurze Fahrten im Verhältnis sehr teuer werden, ohne daß dies die Kunden abschreckt oder muß man im Kundeninteresse den kleinteiligen Taxenverkehr subventionieren ohne daß dies die Taxler als Demütigung empfinden?

  • Die Wertigkeit von DIENSTLEISTUNGEN war schon immer gering im Verhältnis zu Gegenständen, die man kauft!


    ZB gab es da mal die berühmte Flasche CocaCola. Noch zu DM-Zeiten hat mal jemand berechnet, daß diese Flasche mitsamt des Inhaltes etwa einen HALBEN PFENNIG in der Herstellung kostete!
    Im Supermarkt waren das dann als Verkaufspreis 50 Pfennig.
    Und in einem Nachtclub über 5 DM!


    Eine Plastik-Schale, die im Einkauf eine große Firma MAXIMAL 10 Cent kostet, wird auch locker für einige Euronen verkauft, und die Menschen akzeptieren das als 'preiswert'!


    1980, und das ist heute sicherlich noch schlimmer geworden, war ich in Süd-Korea mal PERSÖNLICH bei einem Verkaufsgespräch für Kleidung dabei.
    Hersteller war 'Hyundai Garments', eine Tocher des damals größten Konzerns dort, der ja u.a. auch Autos, Klaviere oder Schiffe herstellt. In diesem Falle Kleidung.
    Käufer war 'C&A Boutique'.
    Gegenstand der Verhandlung waren HOCHWERTIGE SKIJACKEN.
    Nach langen Verhandlungen einigte man sich auf einen Preis, den man kaum glauben kann, der aber wahr ist: 1 DUTZEND (das ist die gängige Handelsmengen-Einheit) Jacken gingen für 20 US-Dollar über den Tisch!
    Da C&A keinerlei Zwischenhändler hatte und der Transport pro Jacke vernachlässigbar ist (Wieviele stopft man in einen großen Container?), können wir uns die Verdienstmarge vorstellen, wenn wir berücksichtigen, daß der EINZELVERKAUFSPREIS damals in der Mönkebergstraße 379,- DM betrug!
    Und die C&A-Kunden empfanden das für eine hochwertige Jacke als äußerst preiswert!
    Seit der Zeit lache ich immer, wenn die (Neudeutsch) Sale machen mit 50% und mehr!


    Etwas Ähnliches hörte ich vor etlicher Zeit von einem Kunden, der in Assessoirs als Einkäufer tätig war.
    Er kaufte zB ebenfalls hochwertige Sonnenbrillen in Vietnam ein (das war 2011). Diese kosteten dort im Einkauf 25 Euro-Cent.
    Im Shop in der Wandelhalle des Hamburger Hbfs kosteten diese 25 EURO!
    Und mit einem, auf DIE GLEICHE BRILLE, geklebten D&G-Zeichen (Dolce& Gabanna) kostete die ebenfalls ansonsten identische Brille stolze 400 Euronen (im Einkauf auch diese 25 Cent!).


    Aber wenn die gleichen Kunden, die sich gerade so eine Jacke oder eine derartige Brille erstanden hatten und die GÜNSTIG fanden, oder gar, ob des tollen Schnäppchens, begeistert waren, finden dann eine Taxifahrt von 10 Tacken als TEUER!?
    DAS ist es, was unsere Gesellschaft ja so krank macht!


    Andererseits fänden sie IHRE ARBEIT, zB als Bankberater, natürlich NICHT überteuert!


    Solche Beispiele gibt es legion.
    ZB bei Eletronik wie iPhones.
    Ein modernes iPhone kostet in der Herstellung irgendwo bei 8 Dollar!

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  • Da scheint der "reiche Westen" einige Leichen im Keller zu haben. Der chinesische Auftragsherstellungs-Arbeiter kann mit seinem Verdienst bei erhöhtem Arbeitsaufkommen nicht leicht Urlaub in Europa machen während der europäische Handy-Verkäufer mit seinem Verdienst bei regulärem Arbeitsaufkommen problemlos Urlaub in China machen kann. Teile unserer Wirtschaft basieren somit auf einer Unethik der Arbeit.


    Der Chinese kann sich damit "rächen", daß er unsere aus seiner Sicht überteuerten Waren und Dienstleistungen NICHT kauft, sondern gleich in westliche Unternehmungen und Grundstücke investiert um sich über das kapitalistische Prinzip seine Mehrarbeit zurückzuholen.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Foxconn

  • Gestern las ich im Videotext des mdr auf Seite 176 Folgendes:


    "Taxigewerbe stöhnt unter Mindestlohn"
    In Sachsen-Anhalt fahren immer weniger Kunden mit dem Taxi.
    Das Taxigewerbe führt das auf den seit Jahresbeginn geltenden Mindestlohn zurück, der zu Fahrpreiserhöhungen geführt habe.
    Allein in Magdeburg sank demnach die Zahl der Fahrten um 15% auf durchschnittlich 25.000 im Monat.
    In anderen Städten sei die Entwicklung ähnlich.
    Wegen des Mindestlohnes hatten die Taxiunternehmen die Preise um 20 bis 25% angehoben.
    Große Entlassungswellen gab es laut Verband bislang nicht.
    Viele Unternehmen würden ihre Fahrer jedoch jetzt nur noch in Teilzeit beschäftigen.

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