Gutachten L&K Düsseldorf Juli 2004 / November 2013

  • Im Gutachten von 2004 steht auf Seite 95:


    Zitat

    Insgesamt ist in der Landeshauptstadt Düsseldorf die Funktionsfähigkeit des Taxigewerbes nicht mehr gegeben, so dass das öffentliche Verkehrsinteresse beeinträchtigt ist:
    • Die Umsätze rangieren auf einem deutlich sinkenden Niveau, das den nachhaltigen Betrieb von Taxis nicht mehr erlaubt.
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    • Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen zudem vielen Unternehmer in die Illegalität abdriften. Die flächendeckende Schwerpunktaktion von Zoll und Arbeitsamt gegen die illegale Beschäftigung im Taxigewerbe vom Herbst 2003 förderte auch in Düsseldorf ein erschreckendes Maß an Beanstandungen zu Tage.


    Weiter auf Seite 91:


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    Weiterhin muss bewusst bleiben, dass die Ertragsschwäche des Düsseldorfer Taxigewerbes nicht nur eine Frage des „richtigen“ Tarifs ist. Gravierender erscheint das Mengenproblem: Eine die Nachfrage deutlich überschreitende Zahl der Fahrzeuge zwingt dem einzelnen Taxifahrzeug eine suboptimale Auslastung auf – mit gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit.


    Weiter auf Seite 98:


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    • Alarmierend sind die exzessiven Einsatzzeiten, insbesondere der Alleinfahrer. Mit wöchentlichen Einsatzzeiten von annähernd ca. 94 Stunden (1-Fahrzeugbetriebe: ca. 101 Std./ Woche) wird das öffentliche Verkehrsinteresse massiv beeinträchtig.


    Weiter auf Seite 99:


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    • Dabei muss beachtet werden, dass weite Teile des Düsseldorfer Taxiangebots nicht nachfragebedingt sind, sondern nur aus der schwierigen Arbeitsmarklage für gering qualifizierte Arbeitnehmer und Erwerbslose zu erklären ist.



    Im Gutachten von 2013 steht auf Seite 84:


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    In betriebswirtschaftlicher Hinsicht zählt das Taxigewerbe der Landeshauptstadt Düsseldorf zu den problematischen Taxigewerben im Bundesgebiet. Angesichts unzureichender Erlöse und Gewinne wurde die Grundlage betriebswirtschaftlich vernünftigem Handelns in vielen Betrieben schon seit einiger Zeit verlassen. Das Taxigewerbe konnte kaum von dem Aufschwung profitieren, den Düsseldorf in den vergangenen Jahren genommen hat.


    Davon kündet die unzureichende Kapitaldecke der Betriebe ebenso wie die wachsende Zahl semiprofessioneller Betriebe und der große Anteil Unternehmer ohne angemessene Altersvorsorge. In diesem Zusammenhang stehen auch die verkehrsgefährdenden Einsatzzeiten allein fahrender Taxiunternehmer. Gegenwärtig muss somit von einer akuten Gefährdung der Funktionsfähigkeit ausgegangen werden.
    (..)
    o Markttreiber Erwerbslosigkeit der Migranten: Angesichts der überdurchschnittlichen Erwerbslosigkeit der Migrationsbevölkerung, finden sich gerade in dieser Bevölkerungsgruppe noch Unternehmer, die das kaum kalkulierbare wirtschaftliche Risiko eines Taxibetriebs eingehen. Zuweilen spielt dabei die Unkenntnis der abgaben- und sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen eine Rolle.
    (..)
    o Markttreiber Irregulärer Betrieb: Wachsende Teile des Düsseldorfer Taxigewerbes driften ab ins Irreguläre. Dafür spricht die wachsende Zahl semiprofessioneller Betriebe; das belegt aber auch der offenkundige „Konzessionshandel“.


    Weiter auf Seite 85:


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    Übergeordnetes Ziel muss es sein, betriebswirtschaftlich sinnvolles Handeln unter Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Andererseits ist das Grundrecht auf freie Berufsausübung zu beachten.


    Seit vielen Jahren gilt in Düsseldorf ein Konzessionsstopp. Ordnungspolitisch ist eine Festschreibung der Konzessionszahlen grundsätzlich diskussionswürdig. Die Erteilung aller beantragten Konzessionen würde mit Sicherheit den Verlust der Funktionsfähigkeit des Düsseldorfer Taxigewerbes auf viele Jahre festschreiben. Von einer gänzlichen Freigabe der Konzessionen ist dringend abzuraten. Insofern ist die Festschreibung der Konzessionszahl ein geeignetes Mittel, die Funktionsfähigkeit zu sichern.


    In den wenigen deutschen Städten ohne Konzessionsbegrenzung ist es zu massiven Wettbewerbsverzerrungen gekommen - mit z.T. verheerenden Auswirkungen auf Unternehmer, die eine gesetzesnahe Betriebsführung anstreben.


    Weiter auf Seite 86:


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    Marktbereinigung: Die dafür erforderliche Marktbereinigung zielt auf die ca. 240 Taxis umfassende Gruppe semiprofessioneller Mehrwagenbetriebe. Diese Unternehmer verstoßen mit großer Wahrscheinlichkeit gegen steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen, so dass erhebliche Zweifel an deren persönlicher Zuverlässigkeit bestehen. Im Sinne einer nachhaltigen Sicherung der Funktionsfähigkeit des Düsseldorfer Taxigewerbes sollte zumindest diese Gruppe vom Markt entfernt werden.


    Fazit: Die Administration zeigt sich bundesweit beratungsresistent und zerstört weiterhin nach bekanntem Muster ignorant bzw. mit vollem Vorsatz das deutsche Taxigewerbe.

  • Nahezu die gleichen Formulierungen findet man auf ALLEN Gutachten, die inzwischen erstellt wurrden.


    NATÜRLICH kommen die Behörden ihren Verpflichtungen nicht nach, und man fragt sich, WOZU sie eigentlich für viel Steuergeld diese Gutachten haben erstellen lassen, wenn sie die nicht dann auch umsetzen?


    Allerdings versuchen die Hamburger mit etwas anderen Methoden dann doch noch ans Ziel zu kommen und die Konzen herunterzuschrauben.
    Und der Mindestlohn wird das Seine tun.

    JEDER meiner Beiträge stellt IMMER MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG dar!
    Diese kann sich mit der Vorlage neuer Dokumente ändern!