RA Wuestenberg: Aufsatz zur ZWANGSVERPFLICHTUNG der Berliner Taxen zur Kartenzahlungsmöglichkeit !

  • Im DAS gab es ein Thema, wo einer der User berichtete, er habe Klage geführt gegen die Kreditkartenpflicht in Berlin.
    http://www.taxiforum.de/forum/…?f=20&t=10331&hilit=klage


    Leider war die Diskussion sehr mager und endhielt kaum verwertbare Informationen.


    Ich persönlich war und bin schon immer ein strikter Befürworter einer KK-Pflicht in ALLEN TAXEN.
    Immerhin zahlen nach meinen Erfahrungen schon lange nicht mehr nur noch Geschäftsleute mit Karte, sondern auch immer mehr private!
    Vor Allem weitet sich der Bereich der bargeldlosen Zahlungen mit Hilfe der Apps deutlich aus, wie man im Falle von MyTaxi und deren Rabatt-Aktionen deutlich sehen kann.
    Und gerade die systemweite Einführung einer KK-Zahlungsmöglichkeit IN ALLEN TAXEN war es, was den Hansa in Hamburg zum Erfolg geführt hat!
    Ich war selber von Anfang an dabei.
    Meine eigene Taxe war unter den ersten 10 Wagen, die mit dem Gerät ausgerüstet wurden.


    Ich denke, wir müssen ein paar Dinge unterscheiden, wenn es um 'bargeldlose Zahlungen' in der Taxe geht.


    1. sind da die Karten, die über die jeweilige Zentrale abgerechnet werden!
    DIESE sind extrem teuer in den Gebühren, da u.a. auch die Zentrale etwas abhaben möchte!
    Außerdem dauert die Auszahlung oft extrem lange.
    Beim Hansa hat das, wegen eigener Zahlungsprobleme, schon mal bis zu einem halben Jahr gedauert, bis der Unternehmer sein Geld bekam, was zB zu großen Problemen bei den Ratenzahlungen bei Neukäufen geführt hat.


    2. die Karten, die über eine Ritsch-Ratsch-Maschine gehen und mit der jeweiligen Bank des Unternehmers abgerechnet werden. Diese sind nahezu halb so hoch, wie die über die Zentralen!


    3. die Karten, die mit neuartigen Abrechnungssystemen, wie zB SumUp gehen.
    Diese werden sehr schnell abgerechnet. Meist ist das Geld innerhalb einer Woche auf dem Konto. Und die Gebühren liegen ähnlich niedrig wie bei der RR-Maschine.


    4. Und dann haben wir da noch die neuesten Abrechnungsmöglichkeiten, die direkt über die App gehen, wie zB bei MyTaxi oder UBER!
    Auch deren Auszahlungen erfolgen zeitnah und sind vergleichsweise preiswert.


    Alle Taxis sollten und müßten die Möglichkeit anbieten, bargeldlosen Zahlungsverkehr an Bord zu haben.


    RA Wuestenberg kommt ja auch zu dem Schluß, daß die ZWANGSEINFÜHRUNG dieser Möglichkeit in Berlin wohl kaum rechtswidrig sein dürfte.

    Allerdings sollten und MÜSSEN die vom Taxifahrer zu erhebenden GEBÜHREN unter allen Umständen mindestens KOSTENDECKEND sein!

    Und genau DA fängt es an, interessant zu werden und teilweise durchaus in die ILLEGALITÄT zu gehen!


    In Berlin sind es immerhin 1,50 Euro, die man nehmen darf.
    Das dürfte in aller Regel zumindest kostendeckend sein!
    Ich persönlich denke, daß da der Unternehmer noch einen zusätzlichen Profit machen kann, wenn er (siehe oben) preiswerte Systeme nutzt und NICHT die zentraleneigenen!


    Aber in Hamburg dürften wir KEINE GEBÜHREN nehmen!

    DAS grenzt für mich schon an einen staatlich sanktionierten VORSÄTZLICHEN RECHTSBRUCH, da der Unternehmer ganz klar ersatzlos die Gebühren übernehmen muß!


    DAS fördert
    1. den Unwillen, solche Systeme vorzuhalten (es sei den ZWANGSWEISE, wie beim Hansa) und
    2. wird hier dem Kunden ein zinsloser KREDIT eingeräumt, der gleichzeitig einem Rabatt entspricht, da er ja erst später zahlen braucht, was ihm einen ZINSVORTEIL einräumt!
    Rabatte aber sind INNERHALB DES PFLICHTFAHRGEBIETES VERBOTEN!


    Bemerkenswerterweise hat sich in Hamburg bisher noch nie ein Taxiunternehmer darüber beschwert, oder ist gar einer unserer sinnfreien Verbände je dagegen angetreten!

    JEDER meiner Beiträge stellt IMMER MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG dar!
    Diese kann sich mit der Vorlage neuer Dokumente ändern!

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