Abschaffung der Ortskundeprüfung 2021 ?!

  • Ab 2021 ist für den Konzessionsbereich Hamburg geplant, die Ortskundeprüfung (im Volksmund Taxischein) gänzlich abzuschaffen.


    Darüber soll zwischen Behörde und Taxeninnung HH Einigkeit bestehen. Das Bedeutet, dass jeder, der einen PKW-Führerschein, einen ärztlichen Nachweis über seine Fahrtauglichkeit, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag sowie ausreichende Fahrpraxis im Alter von mindestens 21 Jahren nachweisen kann, einen Schein beantragen darf, der es ihm erlaubt, in Hamburg Taxi zu fahren.

  • Die Mehrwagenunternehmer wollen es so.


    Wozu soll man noch einen Taxischein machen, wenn man danach eh nix verdient ?

    Da ist es einfacher, bei einem Mietwagenunternehmen anzufangen - da verdient man auch nix :D


    Weder verdienen die MWUs noch was, noch bekommen sie Fahrer.

    Da ist am einfachsten, noch mehr Fahrzeuge auf die Straße zu schmeissen ... und die Ortskundeprüfung zu schleifen.


    Das ist so, wie bei den Schweinezüchtern. Je weniger die Schweine noch Wert waren, desto größer wurden die Ställe.

    Ob Taxifahrer Schweine sind ?

  • Na dann mal Prost für die etablierten Fahrer und EWUs. Die Zahl der neuen Fahrer dürfte sich bald deutlich erhöhen. Ich würde mit deutlich mehr Aushilfen rechnen, da sich für sie die Kosten und Büffelei bislang nicht gerechnet hat. Wenn jetzt noch einige MWUs mit Übernahme der Führerscheinkosten werben...

  • Nicht wenige Taxifahrer brauchen gar nichts zu verdienen. Was sie jedoch brauchen, ist 'ne Arbeits- und Verdienstbescheinigung !

    So kommt es vor, dass ganze Familien von einer Taxikonzession leben - obwohl damit so gut wie gar kein Umsatz erzeugt wird.


    Mit der Möglichkeit, durch einen Minijob auf genügend Rentenzeiten zu kommen, ist ihen seit heute auch eine ausreichende Rente sicher ... im Heimatland ! Die Hauptadresse befindet sich natürlich noch in Deutschland, der Krankenversicherung wegen.


    Abschaffung der Ortskundeprüfung ? > Abschaffung des Taxigewerbes !

  • Sivas, Vorsicht.... Ich weiß, wie du das meinst, aber 'andere Leute' könnten es missverstehen, also bitte die "Ställe" rausnehmen.


    (Auf jeden Fall kann man ja NEUE TAXEN anschaffen, wo ja auch keine Ortskundeprüfung mehr von Nöten ist, muss sich ja auch der Einwanderer nicht so sehr plagen)

  • Ok Anke, ich nehm's raus und ersetze das Wort durch 'Unterkünfte'.


    Wollte damit nur den Bezug zu vorher geschriebenem herstellen, wo wegen des gefallenen Schweinepreises die Züchter sich einfach mehr Schweine zugelegt haben - einschliesslich neuer Ställe.


    Einwanderer als Taxifahrer ... wo sollen die Unternehmer denn das Geld hernehmen, um sie zu bezahlen ? Der Mindestlohn steht ihnen zu !

  • Ich weiß, wie du's gemeint hast und der Bezug war mir auch klar ;) Jedoch du weißt, es gibt übelwollende Zeitgenossen....


    Mindestlohn... hm.... aber was ist mit den Fahrern, die weniger als Mindestlohn verdienen, wie hier in einem anderen Thread beschrieben? Oder sie bekommen auf dem Papier den Mindestlohn, verzichten dafür aber "freiwillig" auf Zahlung im Krankheitsfall, bezahlten Urlaub... dann gibts da noch die schöne "Pausentaste".....

  • Das ist so, wie bei den Schweinezüchtern. Je weniger die Schweine noch Wert waren, desto größer wurden die Ställe.

    Ob Taxifahrer Schweine sind ?

    Ich zähle mich auf alle Fälle dazu als weit unterbeschäftigter Leerkilometersammler und Minderumsatz-Erwirtschafter im Slum-Shithole. Da ich meine Tätigkeit in sehr gehetzter Weise ausübe, lege ich auch Wert auf die Bezeichnung "gehetzte Ratte". Dreckschwein und Ratte sind meine Identität als Berufskraftfahrer unter sozialistischer Ägide.

  • ... unter sozialistischer Ägide.

    Ne, also in der seligen DDR ging es Taxifahrern SEHR gut. Es gab wenige... und diese waren sehr gefragt. Daneben (neben VEB Taxi) gab es auch "Schwarzfahrer" mit Privatwagen.


    Zitat von MDR

    Taxis waren knapp in den Städten, gleichgültig, ob sie für ein volkseigenes, ein genossenschaftliches oder eines der seltenen privaten Unternehmen unterwegs waren. Taxifahrer nahmen somit automatisch Machtstellungen ein. Von ihrer Gnade hing es ab, ob ein Mitbürger schnell beispielsweise vom Bahnhofeiner Stadt nach Hause gelangte oder eben nicht. Die Chancen, befördert zu werden, stiegen mit der Höhe des in Aussicht gestellten Trinkgeldes und mit der Länge der Fahrstrecke.

    Lief im Fernsehen eine Fußballübertragung oder ein spannender Film, war es in der Regel aussichtslos, am Taxistellplatz auf ein Fahrzeug zu hoffen. Abhilfe kam erst, als immer mehr so genannte Schwarztaxen auf der Suche nach Kunden durch die Straßen kurvten. Das waren Leute, die im eigenen Pkw ohne Gewerbegenehmigung Leute beförderten. Das war zwar verboten, dennoch drückten vielerorts die Behörden beide Augen zu.

    (Ich wollte nur etwas klugscheissen ;-))

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    Was die wirtschaftliche Situation anbelangt heute, gebe ich dir völlig recht.

  • Ne, also in der seligen DDR ging es Taxifahrern SEHR gut. Es gab wenige... und diese waren sehr gefragt. Daneben (neben VEB Taxi) gab es auch "Schwarzfahrer" mit Privatwagen.

    Zitat

    Lief im Fernsehen eine Fußballübertragung oder ein spannender Film, war es in der Regel aussichtslos, am Taxistellplatz auf ein Fahrzeug zu hoffen. Abhilfe kam erst, als immer mehr so genannte Schwarztaxen auf der Suche nach Kunden durch die Straßen kurvten. Das waren Leute, die im eigenen Pkw ohne Gewerbegenehmigung Leute beförderten. Das war zwar verboten, dennoch drückten vielerorts die Behörden beide Augen zu.

    Sozialismus ist eine Entgleisung des Sozialen. Das DDR-Taxigewerbe war wohl weniger sozialistisch als vielmehr sozial. Im DDR-Taxigewerbe war offenbar auch jede Menge "Kriminalität", aber diese "Kriminalität" hatte soziale Aspekte (Komplementarität), während UBER und FREE NOW Ride reine asoziale Kriminalität (Vernichtungskonkurrenz, Enteignung, Daseinsvorsorge-Subversion) darstellen.