Beiträge von Anke Napp

    Ja, so ist der Mensch. Er geht ja auch in den Supermarkt und die kleinen Läden gehen pleite. Was natürlich auch daran liegt, dass man seinen Euro immer mehr umdrehen muss. Da gibt es nur wenige, die aus ethischen oder patriotischen Gründen z.B. im teuren Bioladen und Fairtrade kaufen und Klamotten made in Germany. Und die paar machen den Kohl nicht fett.


    Damit der Kunde vielleicht DOCH ein traditionelles Taxi nimmt, müssen die mehr Qualität haben, sicherer sein und genauso gut erreichbar sein, mit einer einfachen kleinen App. Es muss extrem viel Werbung gemacht werden, um an den Kunden heran zu kommen, ihm auch zu vermitteln, das Billiglohn-Sklavenarbeit HIER genauso mies ist wie in Bangladesh, worüber sich derselbe Kunde vielleicht mächtig erregt.

    Ich finde "von außen blickend", dass ohnehin alles in der Sackgasse gelandet ist. Lauter verschiedenen Zentralen, die sich gegenseitig Feind sind und mit verschiedenen Vermittlungssystemen, die heute eigentlich keiner mehr braucht.

    Otto Normalbürger zückt sein Handy und will mit einer möglichst einfachen App ein Fahrzeug, und dem ist es egal, ob da UBER oder Taxizentrale Max Meier drauf steht, Hauptsache, er kommt billig und schnell dahin, wohin er will. Und wenn Taxi Meier eben nur in Großkleckersdorf zu erreichen ist, nimmt er was anderes.


    Die Politik kann vielleicht - wenn sie will - regulierend eingreifen, aber in einem freien Wirtschaftssystem kann der Staat eine Firma/Apps nicht so einfach verbieten, vor allem, wenn die gute Lobbyarbeit leisten. Und wenn die nicht kommen, kommen andere...


    Letztlich gibt es aber kein wirkliches Gegengewicht mit einer internationalen Taxiapp- weil die alle auf Zentralen fixiert sind (oder)? Free-now vermittelt Taxis und Mietwagen, immer noch besser als UBER.

    Ein kleines Vöglein hat mir folgendes Gerücht zugetragen: Es gäbe Bestrebungen von etwa 120 Genossen bzw. Hansa-Unternehmern, sich von der Hauptgenossenschaft Hansa Funktaxi eG loszulösen, um eine eigene Vermittlung ins Leben zu rufen.


    Sollte das wahr sein? Und sollte vielleicht der Schuldenberg des Hansa an diesen mutmaßlichen Entscheidungen beteiligt gewesen sein? Was wird weiter passieren?

    Ja, die Bindung von Apps an gewisse Zentralen ist da ein großer Nachteil im Vergleich zu UBER. Es musste eine App geben, an die alle Taxen aller Zentralen angeschlossen werden können - was wegen der Konkurrenz der Zentralen schon nicht geht.

    UBER hat offenbar, was dem Taxigewerbe zu fehlen scheint: eine Lobby, die den Politikern mit entsprechenden Schlagwörtern die Tür einrennt und ihre Sachen verkauft wie der sprichwörtliche Staubsaugerverkäufer, der der Hausfrau den dritten Staubsauger andreht.


    Das Problem mit der Mobilität auf den Dörfern und in Kleinstädten ist ja bekannt. Wenn es Apps wie Taxi.eu gibt (und noch mehr sicher), muss das MASSIV den potenziellen Kunden vor die Nase gesetzt werden. Der Otto-Normbürger geht ja nunmal den Weg des geringsten Widerstands: er hat eine App kennengelernt (Free Now, zb) und gut ist, er wird sie immer wieder benutzten, warum was anderes ausprobieren? Auf dem Dorfplatz steht ein UBER und macht Werbung, mich billig zu transportieren, wenns sein muss? - Gut zu wissen, und je billiger, je besser, Geld hat keiner, denkt sich Otto Normbürger.

    Dann müsste es wohl eine Verordnung geben, die Trennwände/folien etc. verpflichtend macht, so wie z.B. im Supermarkt. Aber da gibt es auch noch genug Lücken ringsherum um die aufgehängte Folie.

    Ich nehme an, dass auch einige Fahrer glauben, sie seien sowieso immun und brauchten deshalb keine Trennvorrichtung... (die gleichen Leute, die sich auch nicht an das Abstandsgebot halten, sondern eben fröhlich ihre Großfamilientreffen abhalten).


    Dabei gibt es so viele Angebote jetzt, auch relativ billig, z.B. hier.

    § 47 Abs. 1 Satz 1 PBefG enthält das bundesgesetzliche Gebot, Taxen nur an behördlich zugelassenen Stellen bereitzuhalten (Standplatzpflicht). Das Personenbeförderungsgesetz ermächtigt jedoch nicht zur Regelung einer Standplatzpflicht durch Rechtsverordnung.

    BVerwG, Urteil vom 22.01.2020 - 8 CN 2.19



    Der Antragsteller, ein in M. tätiger Taxifahrer, wendet sich gegen § 2 Abs. 1 der Verordnung der Landeshauptstadt M. über das Taxigewerbe vom 25. Oktober 2016 (Taxiordnung). Danach dürfen Taxis unbeschadet privatrechtlicher Sonderregelungen nur an behördlich zugelassenen Stellen bereitgehalten werden (Zeichen 229, § 41 StVO - Standplätze und Nachrückplätze). Die Verordnung wurde am 10. November 2016 bekanntgemacht und trat am 11. November 2016 in Kraft. Gleichzeitig trat die vorangehende Taxiordnung vom 4. Januar 2016, die eine gleichlautende Vorschrift enthielt, gemäß § 7 Abs. 2 Taxiordnung außer Kraft.

    2 Am 30. August 2017 hat der Antragsteller im Wege der Normenkontrolle beantragt, § 2 Abs. 1 der Taxiordnung vom 25. Oktober 2016 für unwirksam zu erklären. Der Verwaltungsgerichtshof hat dem Antrag stattgegeben. Für die angegriffene Regelung ergebe sich aus dem Personenbeförderungsgesetz keine Ermächtigungsgrundlage.


    Das vollständige Urteil findet sich hier.

    Bei "FREE NOW" sind jetzt Fahrzeug mit Trennwand über die App mit der Option "+ Screen" buchbar.


    Die hierzu versendete Mitteilung lautet:


    Liebe Unternehmer,

    Bereits im April wurde in vielen Fahrzeugen Trennwände eingebaut.

    Ab heute kann diese Option als Service über die App gebucht werden.‌

    Mit der Option ein Fahrzeug mit Trennwand zu buchen, kann der empfohlene Sicherheitsabstand einfacher eingehalten werden.So schützen sich Fahrer sowie Mitfahrer vor einer möglichen Infektion.

    Über die App gibt es deshalb ab sofort zwei Optionen zur Auswahl, abhängig davon, ob der Fahrgast ein Fahrzeug mit oder ohne Trennwand wünscht. Der Fahrgast kann über die zusätzliche Option '+Screen' den Service mit Trennwand auswählen. Die Fahrt kostet genauso viel wie eine reguläre Fahrt. Sollte kein Fahrzeug mit Trennwand verfügbar sein, kann der Fahrgast eine Fahrt ohne Trennwand buchen.

    Wenn du uns noch deine Trennwand noch nicht gemeldet hast, wende dich bitte an dein zuständiges Standortbüro. Mehr Informationen zur zusätzlichen Buchungsoption findest du hier.


    Gute Idee, aber hoffentlich wissen alle, was "+ Screen" bedeutet. Gerade auf dem Gebiet der ehemaligen DDR gibt es viele Leute, natürlich vor allem Ältere, aber die sollen ja wohl nicht ausgegrenzt werden, die kein Englisch können (weil wir in der Schule zwei Fremdsprachen hatten, und bei der 2. zw. Englisch und Französisch wählen konnten).

    Liebe Mitschreiber, danke für die Respektsbekundungen und das Beileid. Jörn hinterlässt eine große Leere... nicht nur im Forum. Wer soll all die Kämpfe gegen Korruption an allen Ecken und Enden fortführen?


    Viele Grüße von Anke Napp


    Anbei ist ein Brief, den ich hier posten sollte:


    "Lieber Jörn,


    ich bin erschüttert und traurig darüber, dass Du uns so plötzlich und unerwartet verlassen hast. Und ich kenne niemanden, der Deine wertvolle Arbeit- nicht nur im Forum - auch nur annähernd in Deinem Sinne fortführen könnte. Welch ein Verlust. Was ist nur passiert?!😔


    Jörn, Du warst ein wohltuender, aufrechter Kombattant (nicht nur) des Hamburger Taxengewerbes.

    Man konnte sich an Dir reiben und offen seine Meinung äußern, ohne dass Du jemals unfair oder unsportlich geworden wärest.

    Es hat mir vor allem stets imponiert, wie Du unbändig Korruption und Ungerechtigkeiten im Taxigewerbe aufgedeckt und explizit gemacht hast.

    Ein wohltuender Gegenpol zum tristen DAS, in dem bestimmte Dinge zensiert und tabuisiert werden.

    Für mich immer unvergessen bleibt, wie Du die Leute von Hansa-Taxi (auch während des Schwarze-Kassen-Prozesses) vorgeführt und bekämpft hast. Danke dafür!

    Fast alle von uns hätten spätestens da wahrscheinlich den Schwanz eingezogen.

    Es mag etwas zynisch klingen:

    Ein gewisser Herr Waldner und auch der eine oder andere Hansa-Unternehmer/Vorstand können nun vielleicht ruhiger schlafen. Aber auch sie sollten sich nicht in Sicherheit wähnen!

    Nach Deinem Ableben ist vor dem Hansa-Zusammenbruch.


    Rest in peace


    Terence Steve Mc Queen"